Oft wird in der Diskussion über Klassengrößen gestaunt, wie viele Kinder in den Klassen von Waldorfschulen sind, im Schnitt vierzig. In Staatsschulen liegt der Klassenteiler knapp über dreissig. “So riesige Klassen,” ist oft die Reaktion, “das ist eine Leistung.” Ja, ist es zweifelsohne, schon auch wegen des Spagats einer im Grunde einzügigen Gesamtschule. Aber dann doch nicht so sehr, vergleicht man mit dem unterschiedlichen Klassenteiler letztlich doch Äpfel und Birnen. Denn wenn die Lehrerin/der Lehrer an staatlichen Schulen eine sehr heterogene Gruppe vor sich hat – sozialer Hintergrund, Migrationshintergrund -, so ist das Klientel an Waldorfschulen doch sehr homogen: Ein geringer, um nicht zu sagen, geringster Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund und auch sozial liegen die Elternhäuser nicht weit auseinander. Das Bildungsbürgertum ist da unter sich und Problemfälle sind vergleichsweise selten.